Eine rutschende Kupplung kann verschiedene Ursachen haben. Detaillierte Informationen zur Schadensbeurteilung finden Sie im Praxis-Tipp "Kupplung rutscht".

Wenn die Kupplung nicht trennt, liegt die Ursache nicht unbedingt an der Kupplung. Häufig ist die Ursache im Ausrücksystem, dem Pilotlager oder in Einbaufehlern zu suchen. Detaillierte Informationen zur Schadensbeurteilung finden Sie im Praxis-Tipp "Kupplung trennt nicht".

Eine rupfende Kupplung muss nicht zwingenderweise defekt sein. Detaillierte Informationen zur Schadensbeurteilung finden Sie im Praxis-Tipp "Kupplung rupft".

Kupplungsgeräusche wie Pfeifen oder Klacken weisen nicht immer auf eine defekte Kupplung hin. Pfeifgeräusche entstehen z.B. auch durch außermittiges Anlaufen des Ausrückers, nicht zentrierte Getriebeeingangswellen oder defekte Pilotlager.

Klackgeräusche können bei Lastwechseln auftreten, z.B. wenn Kupplungsscheiben mit Vordämpfer verbaut sind. Diese Geräusche beeinflussen weder die Funktion noch die Lebensdauer der Kupplungsscheibe.

Auch falsch eingebaute Teile oder der Einbau der Kupplungsscheibe in falscher Einbaulage können zu Geräuschbildung führen.

Daher empfiehlt sich die Prüfung folgender Fragen:

  • Wurde das richtige Teil eingebaut?

  • Wurde es in der richtigen Einbaulage montiert?

  • Sind Pilotlager vorhanden und in Ordnung?

Weitere Informationen zu Kupplungsgeräuschen und ihrer fachmännischen Beurteilung finden Sie im Praxis-Tipp "Kupplungsgeräusche".

Probleme durch Komponenten im Kupplungsumfeld deuten meist darauf hin, dass wichtige Punkte beim Kupplungswechsel vergessen oder übersehen wurden. Daher ist die Überprüfung folgender Teile auf Funktionstüchtigkeit bzw. Verschleiß notwendig:

  • Pilotlager

  • Führungsrohr

  • Ausrücksystem


Die Kupplung erfüllt vielfältige Aufgaben im Fahrzeug. Sie schließt die Masse ruckfrei an den Motor an, unterbricht beim Anhalten den Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe und trennt den Kraftfluss, um die Getriebeübersetzung zu wechseln. Außerdem dient sie der Schwingungsdämpfung und dem Schutz vor Überlastung.

Eine vollständige Kupplung besteht aus Schwungrad oder Zweimassenschwungrad (ZMS), Kupplungsscheibe, Druckplatte und Ausrücker.

Die Kupplung ist im Fahrzeug zwischen Motor und Getriebe angeordnet.

Die XTend Druckplatte von SACHS übernimmt den automatischen Verschleißausgleich durch Abkoppeln des Belagverschleißes von der Membranfederbewegung.

Der Belagverschleiß verändert die Einbaulage der Membranfeder, da die Anpressplatte in Richtung Schwungrad wandert. Die Federzungen werden dadurch in axialer Richtung verschoben und nehmen eine steilere Position ein; Anpress- und Pedalkräfte nehmen zu. Bei jedem Einkuppeln registriert der Gehäuseanschlag den Belagverschleiß und hebt die Haltefeder um diesen Verschleißweg von den Stellringen ab. Der keilförmige Schieber rückt (durch seine Zugfeder gezogen) in den entstandenen Spalt nach und arretiert die Haltefeder in der angehobenen Position. Beim Auskuppeln wird das Stellringpaar axial entlastet. Durch die Vorspannung der Stellringfeder verdreht sich der untere Stellring bis der obere Ring wieder an der Haltefeder anliegt. Die Membranfeder befindet sich wieder in der Ausgangsposition und der Belagverschleiß ist ausgeglichen.

XTend Druckplatte für Pkw

Für den Austausch einer XTend Kupplung ist in jedem Fall ein Spezialwerkzeug zu verwenden.

Bei der Demontage ist zu beachten, dass der Gehäuseanschlag vom Kupplungsgehäuse abhebt. Sollte er nicht gelöst sein, wird beim Ausbau der Verstellmechanismus ausgelöst, sodass eine Rückstellung nicht mehr möglich ist. Da der Belagverschleiß mechanisch in der Druckplatte gespeichert wird, ist nur der Wiedereinbau der bereits gelaufenen Einheit (Druckplatte und Scheibe) möglich. Wird eine neue Kupplungsscheibe benötigt, muss auch die Druckplatte erneuert werden. Da sich der Ausgleichsmechanismus der bereits gelaufenen Druckplatte nicht zurückstellen lässt, würde die Kupplung nicht trennen.

Damit der Nachstellmechanismus richtig funktioniert und nicht verkantet. So ist ein spannungsfreier Einbau garantiert.

Die Schrauben, mit denen die Druckplatte am Schwungrad befestigt ist, müssen immer über Kreuz wechselnd angezogen bzw. gelöst werden. Montagebügel bzw. Transportsicherungen müssen nach dem Einbau entfernt werden. Außerdem sollten die Kupplungsbeläge frei von Staub, Schmutz und Öl bzw. Fett gehalten werden. Es ist auf einen guten Sitz der Zentrierung von Getriebeglocke zum Motorgehäuse zu achten, um Fluchtungsfehler zu vermeiden.

Vor dem Einbau der Kupplungsscheibe sollte mit einem Seitenschlagprüfgerät sichergestellt werden, dass diese nicht mehr als 0,5 Millimeter Seitenschlag aufweist. Detaillierte Informationen zum Seitenschlagprüfgerät finden Sie im Praxis-Tipp "Prüfung der Kupplungsscheibe".

Die Lebensdauer einer Kupplung ist u.a. abhängig von Beanspruchung und Fahrverhalten. Negativ wirken sich z.B. das Anfahren in zu großem Gang oder mit zu hoher Drehzahl aus oder das Halten des Fahrzeugs mit schleifender Kupplung an Steigungen. Auch das Abbremsen über die Kupplung durch Herunterschalten oder die Überladung des Fahrzeugs bzw. des Anhängers sollte vermieden werden. Ebenso kurz aufeinanderfolgendes Anfahren an extremen Steigungen und häufiges Rangieren.

Um das Trennverhalten beurteilen zu können, bei im Leerlauf drehendem Motor auskuppeln. Drei Sekunden warten. Anschließend sollte der Rückwärtsgang geräuschlos einzulegen sein (Achtung: Bei sofortigem Einlegen des Rückwärtsganges treten immer Schaltgeräusche auf).

Vor dem Test sollte eine kurze Fahrstrecke mit einigen Kuppelvorgängen zurückgelegt werden, um die Kupplung auf Betriebstemperatur zu bringen. Anschließend wird die Handbremse fest angezogen, der größte Gang eingelegt und im ausgekuppelten Zustand Gas gegeben, bis eine Motordrehzahl von ca. 2.000 U/min erreicht ist. Drehzahl halten und rasch einkuppeln.

Wird der Motor abgewürgt, ist die Übertragungsfähigkeit der Kupplung in Ordnung. Um Überlastung zu vermeiden, diesen Vorgang nur einmal wiederholen.