Das Concentric Clutch Actuation System, kurz ConAct, ist eine elektronisch gesteuerte pneumatische Kupplungsbetätigung für Nutzfahrzeuge. In diesem Praxis-Tipp erfahren Sie, warum es notwendig ist, den ConAct Ausrücker zu kalibrieren.

Aufbau


Die heute übliche Kupplungsbetätigung besteht aus einer Vielzahl von Komponenten:

  • Pneumatischer Kupplungssteller
  • Ausrückgabel
  • Führungsrohr
  • Ausrücker

Dabei stellt jedes dieser Bauteile ein erhöhtes Ausfallrisiko dar. SACHS ersetzt deshalb die gezogene Gabelbetätigung mit pneumatischem Kupplungssteller, Gabel und Ausrücker durch einen konzentrisch um die Getriebeeingangswelle angeordneten pneumatischen Ausrückzylinder mit gedrückter Betätigung. Der Wechsel auf eine gedrückte Betätigung vereinfacht außerdem die Montage des Getriebes am Motor.

Funktion


ConAct betätigt die Kupplung über einen konzentrischen pneumatischen Ausrückzylinder, der von einem Steuergerät über ein spezielles Ventil exakt in seinem Ausrückweg geregelt wird. Das System erfasst automatisch die durch den CAN-Bus übermittelten Daten wie Motor- und Getriebedrehzahl sowie die Fahrpedalstellung und ermittelt daraus die optimale Ausrückposition. Dies unterstützt den Fahrer in anspruchsvollen Fahrsituationen, wie dem Rangieren, Anfahren am Berg mit schwerer Last oder auf glatter Fahrbahn.

Technischer Aufbau der pneumatischen Kupplungsbetätigung SACHS ConAct


1. Wegsensor

2. Elektropneumatisches Regelventil

3. Getriebe- bzw. Fahrzeugelektronik

4. ConAct Ausrückzylinder

5. Kupplungsscheibe

6. Druckplatte

7. Getriebeeingangswelle

SACHS ConAct technischer Aufbau

Vorteile von ConAct


  • Entlastung des Fahrers beim Schalten insbesondere in Verbindung mit automatisierten Getrieben
  • Reduzierung der Schnittstellen außerhalb des Getriebes
  • Vereinfachte Montage aufgrund der gedrückten Ausführung
  • Reduzierung der Wartungskosten aufgrund des Wegfalls der Hydraulik
  • Verringertes Systemgewicht

ConAct Ausrücker kalibrieren


Nach dem Einbau muss der ConAct Ausrücker mit einem geeigneten Diagnosegerät kalibriert werden. Dabei sind die Angaben des Fahrzeugherstellers zu beachten. Die Kalibrierung ist unter anderem aus folgenden Gründen notwendig:

  • Einlernvorgang für den Wegsensor
  • Verschleißerkennung durch das Steuergerät
  • Kompensation des Leerwegs
  • Schnelleres Ansprechverhalten
  • Komfortables Anfahren
  • Komfortables Rangieren
  • Einlernen des "Kiss Point" (beschreibt den Moment, bei dem die Kupplung langsam greift und die Kraft auf die Getriebeeinganswelle übertragen wird)

Wird der ConAct nach der Reparatur nicht kalibriert, kann eine Fehlermeldung im Display des Fahrzeugs erscheinen. Die Kupplung kann beim Anfahren rupfen und unter Last kann es vorkommen, dass sich das Fahrzeug schlecht rangieren lässt.

Probleme beim Kalibrieren der Kupplungsbetätigung


Probleme bei der Kalibrierung können dadurch entstehen, dass der Druckluftvorrat des Fahrzeugs nicht ausreicht oder der Luftdruck aufgrund einer Verstopfung des groben oder feinen Luftfilters zu niedrig ist.

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